Viele Ärztinnen und Ärzte wissen nicht, wo sie anfangen sollen, wenn es um den Verkauf ihrer Arztpraxis geht. Vielleicht fragen Sie sich gerade auch, wie Sie am besten mit dem Praxisverkauf beginnen sollten.
In diesem Beitrag geben wir Ihnen Tipps, die beim erfolgreichen Verkauf Ihrer Arztpraxis wirklich hilfreich sind.

1. Frühzeitig um den Praxisverkauf kümmern

Als Praxismakler sehen wir beide Seiten der Medaille. Auf der einen Seite haben wir Arztpraxen, die sich schwertun, Käuferinnen und Käufer zu finden. Auf der anderen Seite haben wir Praxen, die aus vielen Gründen verkauft werden müssen – vom Ruhestand der Inhaberin bzw. des Inhabers bis zur Verkleinerung der Praxis.

Das Angebot an Arztpraxen steigt von Jahr zu Jahr und ist deutlich höher als die Nachfrage, so herrscht ein deutlicher Wettbewerb auf dem Markt. Um Ihre Praxis mit einem guten Gefühl in gute Hände übergeben zu können, sollten Sie daher rechtzeitig die ersten Schritte einleiten.

2. Praxiswert realistisch einschätzen

Wenn Sie Ihre Praxis verkaufen möchten, ist es wichtig, den angemessenen Verkaufspreis zu ermitteln. Meistens ist es so, dass die Verkäuferinnen bzw. Verkäufer den Wert Ihrer Praxis meist deutlich höher einschätzen als die Käuferin oder der Käufer. Um eine realistische und neutrale Einschätzung zu erhalten, sollten Sie eine Praxisbewertung durchführen lassen. Dabei werden unter anderem Faktoren wie Zulassungsstatus, Rentabilität, Gewinn, Umsatz und Standort analysiert. 

Beispiel: Befindet sich Ihre Praxis neben einer Autobahnausfahrt oder unter einer Einflugschneise für Flugzeuge, müssen Sie Ihren Preis möglicherweise erheblich senken, um Käuferinnen bzw. Käufer anzuziehen. 

Achten Sie bitte darauf, dass alle Fakten klar, offen und wahrheitsgemäß kommuniziert werden, damit Sie Ihre Praxis mit einem guten Gefühl und Gewissen übergeben können.

3. Kaufvertrag und Übergabedokumente für den Praxisverkauf vorbereiten

Die Käuferin bzw. der Käufer der Praxis braucht alle notwendigen Unterlagen, Verträge und Zahlen. Dazu gehören unter anderem: die Gewinnermittlung der letzten drei Jahre mit einer Vermögensaufstellung, die Arbeitsverträge und Gehaltsübersicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Mietvertrag für die Praxisräume, sofern diese nicht im Eigentum der Praxisnachfolge stehen. Ferner können Leasing-, Lizenz- und Versicherungsverträge dazu gehören. Bei der Übernahme von bestehenden Praxisverträgen ist immer zu klären, ob die Übertragung dieser Verträge nach der Praxisübernahme (zügig) erfolgen kann. Halten Sie daher alle Verträge und Dokumente griffbereit, damit Sie vorbereitet sind.

4. Sicherheiten für den Praxisverkauf verlangen

Der Verkauf einer Praxis ist mit dem Kauf eines Hauses vergleichbar. Und so, wie Sie einem Hauskauf nicht ohne Anzahlung zustimmen würden, sollten Sie auch dem Verkauf Ihrer Praxis nicht zustimmen, ohne den Verkaufspreis gesichert zu haben.

Das bedeutet, dass ein Praxisverkauf nie ohne vollständige Absicherung des Kaufpreises erfolgen sollte. Dies geschieht am besten durch die Vorlage einer Bankbürgschaft. Wenn die Verkäuferin bzw. der Verkäufer diese schriftliche Zusage in der Tasche hat, sichert das Dokument die Zahlung des Kaufpreises durch das betreffende Kreditinstitut.

5. Steuerlichen Freibetrag nach Praxisverkauf geltend machen

Wussten Sie, dass Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die ihre Praxis, einen Teil ihrer Praxis oder eine Investition mit Gewinn verkaufen, einen Freibetrag von bis zu 45.000 Euro geltend machen können? Das bedeutet, dass wenn Sie 55 Jahre oder älter sind und einen Gewinn aus dem Verkauf Ihres Unternehmens oder einer Investition erzielt haben, Steuern darauf sparen können.

Der 2016 in Kraft getretene Steuerfreibetrag für den Verkauf einer Praxis ist ein wichtiger Meilenstein für Praxisinhaberinnen und -inhaber. Es ist jedoch zu beachten, dass dieser Freibetrag nur einmal im Leben genutzt werden kann. Auch wenn der verbleibende Teil des Freibetrags nicht vollständig ausgeschöpft wurde, kann er bei weiteren Veräußerungen nicht berücksichtigt werden. Schon aus diesem Grund und wegen der Steuerbelastung aus dem Erlös des Praxisverkaufs empfehlen wir Ihnen die Beratung durch ein Steuerbüro.

Der Freibetrag für Ärzte berechnet sich nach der folgenden Formel:

Freibetrag = 1/4 x Kaufpreis + Anschaffungsnebenkosten + Veräußerungskosten (Verkaufspreis abzüglich Verbindlichkeiten)

Zu den Anschaffungsnebenkosten gehören:

  • Kauf und Verkaufshonorare für Anwälte oder andere mit dem Erwerb von Arztpraxen befasste Personen
  • Rechtskosten, die während des Übertragungsprozesses anfallen

Sie suchen einen Praxismakler und möchten eine kostenlose Ersteinschätzung erhalten, wie viel Ihre Praxis wert ist? Dann warten Sie nicht länger und lassen Sie sich Ihren Praxiswert jetzt kostenlos ermitteln für Ihren Praxisverkauf.